Geburt in Colmar
Jörg Wickram wird in der Freien Reichsstadt Colmar im Elsass geboren. Sein Vater ist der Ratsvorsitzende Conrad Wickram.
Renaissance · Colmar · Burkheim
Der „Tichter“ und „Stattschreiber zů Burckhaim“
Georg – oder Jörg, wie er sich zumeist nennt – Wickram war seit Anfang 1555 Stadtschreiber in „Burckhaim am Rein“. Zugleich war er einer der produktivsten und populärsten Autoren der Renaissancezeit; seit 1531 trat er mit Theateraufführungen und verschiedenen literarischen Werken hervor und bezeichnete sich auch als „Tichter“ und „Moler“.


Leben & Zeit
Über Wickrams Leben ist nur wenig überliefert. Neben seinen gedruckten Werken sind einige Kopien und Regeln des Meistersangs von seiner Hand sowie wenige Vermerke in Colmarer Akten erhalten; ein eigenes Manuskript, eine Abbildung oder ein Grabstein sind nicht bekannt.
Jörg Wickram wird in der Freien Reichsstadt Colmar im Elsass geboren. Sein Vater ist der Ratsvorsitzende Conrad Wickram.
Wickram tritt als Autor und Regisseur von Fastnachts- und geistlichen Spielen hervor, bezeichnet sich als Maler, ist im Auftrag des Rates als Buchhändler tätig und gründet später eine Meistersingerschule.
Nachdem sein Vater ihm im Testament Geld und ein Haus in der Kessgasse vermacht hat, erhält Wickram 1546 das Bürgerrecht in Colmar. Danach kann er heiraten; zugleich festigt sich seine gesellschaftliche Stellung.
Seit Anfang 1555 lebt und arbeitet Wickram in Burkheim. Als Stadtschreiber ist er Rechtsvertreter der Stadt und eine Art Notar und Rechtsanwalt für die Bürger; zugleich setzt er seine schriftstellerische Tätigkeit fort.
Aus den Drucken seiner Werke und deren Neuauflagen lässt sich schließen, dass Wickram zwischen 1558 und 1562 starb. An ihn erinnern heute unter anderem die Jörg-Wickram-Gasse und der nach ihm benannte Festsaal im Burkheimer Rathaus.
Wir wissen wenig über diesen Dichter. Außer den gedruckten Werken und einigen Kopien und Regeln des Meistersangs von seiner Hand sowie ein paar eher zufälligen Vermerken in Akten im Stadtarchiv von Colmar ist nichts von ihm überliefert, kein eigenes Manuskript, keine Abbildung, kein Grabstein. Nicht einmal Geburts- und Sterbedatum sind bekannt.
Jörg Wickram ist um 1505 in Colmar im Elsass geboren, einer Freien Reichsstadt von einiger Bedeutung. Sein Vater, so viel steht fest, ist der Ratsvorsitzende Conrad Wickram, über die Mutter weiß man nichts. Jörg ist ein ‚Bankert‘, seine uneheliche Geburt bleibt ein untilgbarer Makel. Erst als sein Vater ihm im Testament „einhundert gulden zusampt dem huß in der kässgassen“ vererbt, kann er 1546 das Bürgerrecht in Colmar bekommen: „Sonntag Invocavit; Jerg Wickgram ist burger worden uff sinem hus, als das in der kessgassen“; und erst danach kann er heiraten.
Ob er mit seiner Frau Anna Kinder hatte, ist nicht bekannt. Ein höheres Amt bleibt ihm versagt. Er spielt zwar im kulturellen Leben der Stadt als Autor und Regisseur von Fastnachts- und geistlichen Spielen eine wichtige Rolle, bezeichnet sich auch als Maler, ist im Auftrag des Rates als Buchhändler tätig, gründet eine Meistersingerschule und erwirbt dafür eine bedeutende Liedersammlung, aber über das Amt eines Stadtweibels – vergleichbar einem mittleren Verwaltungsbeamten – kommt er nicht hinaus.
Der Grund dafür kann auch im Fehlen einer höheren Bildung liegen, vor allem konnte Wickram nur wenig Latein, das er sich selbst angeeignet hatte. Er hatte zwar eine Schule besucht, sich fleißig weitergebildet, vielleicht auch eine Goldschmiedelehre gemacht – jedenfalls wird er bis 1554 in der Schmiedezunft geführt –, aber das reichte nicht. Eine ‚Großstadt‘ wie Colmar brauchte als Stadtschreiber einen studierten Juristen mit guten Lateinkenntnissen.
Erst die kleine Stadt Burkheim am Kaiserstuhl auf der anderen Rheinseite hat Wickram endlich zu dem angestrebten Titel verholfen. Hier spielten seine Abstammung, fehlende Lateinkenntnisse und Sympathie für die Reformation – Colmar war damals noch katholisch und ging erst 1575 zum Luthertum über – offensichtlich keine Rolle, man brauchte einen tüchtigen Verwaltungsfachmann. Dass dieser auch „Tichter“ war, wie er sich gelegentlich selbst bezeichnete, umso besser!
Seit Anfang 1555 arbeitete und lebte Jörg Wickram in Burkheim und bekannte sich seitdem in allen Veröffentlichungen zu seinem Amt in der Stadt. Als Stadtschreiber oblagen ihm nicht nur Schreibarbeiten, vielmehr war er der Rechtsvertreter der Stadt und eine Art Notar und Rechtsanwalt für die Bürger. Allerdings lebte er nicht mehr lange. Er war seit dem Umzug mehrmals heftig erkrankt, setzte aber seine schriftstellerische Tätigkeit fort.
Neben Neuauflagen älterer Werke erschienen die Schwanksammlung Das Rollwagenbüchlein (1555), die in den folgenden Jahren für mehrere Neuauflagen immer wieder erweitert wurde, die Verserzählung Der irr reitende Pilger (1555, gedruckt 1556), der Roman Von guten und bösen Nachbarn (1556), die Schwankdichtung Die sieben Hauptlaster (1556), der schon 1554 fertiggestellte Roman Der Goldfaden (1557) sowie eine Bearbeitung von Murners Narrenbeschwörung (1557). Wie sich aus den Drucken der Werke und deren Neuauflagen ermitteln lässt, muss Wickram zwischen 1558 und 1562 gestorben sein. In einer Neuauflage des Tobias von 1562 ist von ihm als einem Verstorbenen die Rede („wo auch der löblich Author oder Dichter selb noch im leben were“).
Nach damaligem Brauch wird er auf dem Kirchhof neben der Pfarrkirche St. Pankratius seine letzte Ruhestätte gefunden haben. Dort erinnert die Jörg-Wickram-Gasse an den Dichter und Stadtschreiber von Burkheim.
Der Künstler
Wickrams Schaffen reicht weit über seine Rolle als Schriftsteller hinaus. Er organisierte und leitete Theateraufführungen, war als Buchhändler tätig, beschäftigte sich mit bildender Kunst und gründete in Colmar eine Meistersingerschule.

Die Germanistik hat Wickram lange unterschätzt; er wurde bis weit ins 20. Jh. vorwiegend als biederer, volkstümlicher Verfasser von Schwänken und erbaulichen Erzählungen bzw. Romanen betrachtet und das Werk zwar als authentisch, aber doch auch naiv bewertet. Teilweise wurde es sogar dafür genutzt, das Elsass als immer noch ‚deutschen Kultur- und Lebensraum‘ zu beanspruchen. Man berief sich in den abwertenden Urteilen auf Selbstaussagen des Autors (z. B. „mein schlechter verstandt und ringe kunst“), ohne diese als Bescheidenheitstopos zu erkennen und den gleichzeitig vorgetragenen Ansprüchen gegenüberzustellen („Dieselben reimen hab ich nit alleyn geendert oder corrigiert, sunder gantz von neüwem nach meinem vermögen inn volgende ordnung brocht und auch mit schlechter kunst als ein selbsgewachßner moler mit figuren gekleidet“ versus „Yederman lüstlich, besonders aber allen Malern, Bildthauwern, vnnd dergleichen allen künstnern nützlich, von wegen der artigen Inuention vnnd Tichtung“, Widmung bzw. Titel der Metamorphosen-Ausgabe).
Die Auseinandersetzung mit dem Werk – ohnehin fast nur auf Das Rollwagenbüchlein und Der Goldfaden beschränkt – bezog sich weitgehend auf gattungsästhetische und sozialgeschichtliche Fragestellungen, stützte sich nur auf die Texte und klammerte die Abbildungen aus. Man wusste zwar, dass zumindest die Illustrationen zu Wickrams Metamorphosen-Ausgabe von ihm selbst stammen, tat diese aber in der Regel vorschnell als grob oder gar dilettantisch ab. Seine Tätigkeiten als Regisseur städtischer Theateraufführungen, als Buchhändler sowie Gründer und Leiter der Colmarer Meistersingerschule wurden zwar registriert, aber letztlich nur zur Erhellung der Biografie genutzt. Heute beurteilt die germanistische Forschung Wickrams Schaffen wesentlich differenzierter und widmet ihr Interesse dem gesamten Werk und allen Tätigkeiten dieses vielseitigen und produktiven Künstlers.
Wickrams künstlerische Tätigkeit begann vermutlich damit, dass er sich in seiner Heimatstadt als Organisator und Spielleiter von Theateraufführungen hervortat, für die er auch die Textvorlage lieferte. Zu Fastnacht 1531 wurde „durch ein ersame burgerschafft einer loblichen Statt Kolmar“ das Spiel Die zehen alter der welt aufgeführt, welches im selben Jahr ohne Verfasserangabe gedruckt wurde, aber eindeutig aus Wickrams Feder stammt. Allerdings handelt es sich hierbei um eine Bearbeitung und Erweiterung einer Vorlage des Pamphilius Gengenbach aus Basel. Die neue Version war aber so erfolgreich, dass sie in Druck und Aufführungen zahlreiche Wiederholungen erlebte, auch 1542 in Colmar unter Wickrams Leitung. Er und die Laiendarsteller erhielten dafür ein Anerkennungshonorar aus der Stadtkasse. Auch für Fastnacht 1532 lieferte Wickram ein Spiel, nämlich Der treue Eckart, das er selbstständig verfasste und unter seinem Namen veröffentlichen ließ. 1537 wird zur Herrenfastnacht Das Narrengießen aufgeführt (gedruckt 1538), 1543 lässt er Ein neues Fastnachtsspiel von Weiberlist drucken.
Zu hohen kirchlichen Feiertagen waren ebenfalls Theateraufführungen üblich, mit christlich-erbaulichen Inhalten, etwa zu Ostern ein Passionsspiel, wie es 1534 für Colmar belegt ist. Von Wickram sind drei geistliche Spiele überliefert: Von dem verlorenen Sohn (1540 gespielt und gedruckt), Tobias (1550 gespielt, 1551 gedruckt) und Das Apostelspiel. Letzteres wurde allerdings nicht in Colmar aufgeführt, sondern „Im M. D. L. Jar zů Newenburg im Breißgauw von einer Erbarn/Ersamen Burgerschafft auff Laurenti/fleissig gespylt“ (also am 10. August 1550 in Neuenburg am Rhein gespielt, gedruckt 1552).
Anfang 1539 lässt Wickram mit dem Losbuch ein Werk drucken, das – gemessen an der Zahl von 25 Auflagen – sein erfolgreichstes ist und der Unterhaltung sowie der Lust am interaktiven Spielen dient:
Ein schöne vnnd fast schimpfliche kurtzweil, so durch vmbtreiben eyner scheiben, Allten vnd Jungen, mann vnnd weiblichen personen, auch den Züchtigen Junckfrawen, zů traurigen zeitten vil lächeriger vnnd schimpflicher sprüch vnd fürbildtnüssen fürbringet, den menschen kurtzweil zů machen, vnd die traurigen schlaferigen gemüter, widerumb zů lachenden freyden zu bewegen vnnd erwecken. Vmb kurtzweil an tage gegeben.
Das ist ein Gesellschaftsspiel, bei dem die vier Spieler (Mann, Frau, Jüngling, Jungfrau) eine Rosette auf dem Buchdeckel drehen müssen. Wenn das Buch danach aufgeklappt wird, kommt eine Scheibe zum Vorschein, die mit vier Buchstabenkreisen bedruckt und mit einem Zeiger versehen ist, der auf einen Buchstaben weist. Diesem ist die Abbildung einer komischen Figur zugeordnet, von der der Spieler eine ‚Losung‘ in Versform erhält, gewissermaßen einen Orakelspruch. Zum Beispiel werden die Verheirateten mit heimlichen Liebschaften geneckt, die Jünglinge mit Liebesabenteuern, es wird reicher Kindersegen versprochen oder eine zänkische Ehefrau usw.
Wickram hat mit dieser Publikation an eine sehr verbreitete Tradition angeknüpft, diese aber entscheidend verändert. Eine wesentliche Rolle spielen im Losbuch die genau auf den Text bezogenen Illustrationen, die zumindest unter Beteiligung des Autors entstanden sind, vielleicht sogar ganz von ihm stammen. Dass dies auch für andere Werke Wickrams gilt, wird heute als wahrscheinlich angesehen. Die germanistische und die kunstwissenschaftliche Forschung haben das abfällige Urteil über Wickrams Fähigkeiten als „selbgewachßener moler“ mittlerweile revidiert und machen sich daran, diese Seite des Künstlers genauer zu untersuchen.
Zu Wickrams Ambitionen als Organisator des kulturellen Lebens in Colmar gehörte auch, dass er als Buchhändler agierte. Jedenfalls wird er 1543 so bezeichnet, und gesichert ist, dass er ein Jahr vorher zum Reichstag in Speyer und zur Messe in Frankfurt fuhr, um im Auftrag des Stadtrates eine Plutarchübersetzung des städtischen Obristenmeisters Boner zu vertreiben. Seine wichtigste Transaktion war der Ankauf der bedeutendsten Handschrift von Meisterliedern aus dem 14./15. Jh. Die ursprünglich aus dem Mainzer Raum stammende Handschrift konnte Wickram im Dezember 1546 in Schlettstadt von einem Schiffer erwerben. Diese ‚Kolmarer Liederhandschrift‘, die sich heute in der Münchner Staatsbibliothek befindet (Signatur Cgm 4997), enthält über 100 Melodien und 900 Texte und bot das Schulungsmaterial für die Meistersingerschule.
Der Meistersang war als Zunft organisiert und setzte voraus, dass die Mitglieder ehrbare Bürger der Stadt waren. Die Verleihung des Bürgerrechts Mitte des Jahres 1546 an Wickram war vermutlich Voraussetzung und Anstoß dafür, dass dieser zum Gründer einer solchen Schule in Colmar werden konnte. Stolz schreibt er 1549 auf eine von ihm gefertigte Abschrift von Meisterliedern des Hans Sachs:
„Und gehort diss Bůch der gemeinen singschůl zů Colmar, ward angefangen zů schriben Durch Jergen Wickramenn Tichter und anfenger dieser schůlen.“
Schon 1545 hatte er ein Wandgemälde mit biblischen Figuren und zwölf Meistersingern für diese Schule gemalt (es ist nicht erhalten), dann die o. a. Liedersammlung gekauft und unmittelbar danach „vff volgendenn weinacht tag Sampt einer geselschaft die erst schůl gehalten“, schließlich die Tabulatur mit den Regeln für Text und Musik sowie die Satzung verfasst und 1549 vom Stadtrat genehmigen lassen. Wahrscheinlich hat er auch für diese Schule getextet und komponiert; überliefert ist kein Lied, das Wickram eindeutig zuzuordnen wäre.
Ab 1546 waren Wickrams soziale Stellung und sein Platz im Kulturleben der Stadt Colmar gesichert. Jetzt konnte er als Schriftsteller gewissermaßen experimentieren und sich der epischen Gattung zuwenden (ob auch der 1539 anonym erschienene Roman Ritter Galmy von Wickram stammt, ist nicht gesichert und wird heute angezweifelt). 1551 erschien Gabriotto und Reinhart; es folgten Der jungen Knaben Spiegel (wozu komplementär das gleichnamige Spiel und der Dialog Vom ungeratnen Sohn und das Spiel Knabenspiegel gehören), Der Goldfaden (beide 1554) und Von guten und bösen Nachbarn (1556) – längere Prosaerzählungen, die in der Germanistik als frühe Formen des deutschen bürgerlichen Romans verstanden werden. Besonders die drei letztgenannten gelten als Werke, die Ansätze einer neuen, bürgerlichen Welt entfalten und Perspektiven der Überwindung der ständischen Gesellschaftsordnung aufweisen. Beliebt und bis in die heutige Zeit mit einzelnen Texten in Lesebüchern vertreten ist die Schwanksammlung Das Rollwagenbüchlein (erstmals 1555), die noch zu Lebzeiten Wickrams mehrmals erweitert wurde und 111 kurze Geschichten enthält. Sie erzählen in meist humorvoller, pointierter Weise vom Alltag der Stadtbürger, der Bauern und der ‚fahrenden Leut‘, machen deren Lebensgewohnheiten und Vergnügungen deutlich und geben anschauliche Einblicke in die religiöse und soziale Umbruchszeit des 16. Jhs. Der Dialog Von der Trunkenheit (1551), die Beispielsammlung Die sieben Hauptlaster (1556) sowie der als Versepos gestaltete Reiseroman Der irr reitende Pilger (1555) sind teils unterhaltsame, teils moralisierende Texte, die den Formenreichtum des epischen Werkes abrunden.
Historische Drucke
Die erhaltenen Abbildungen werden hier in ihrer vorhandenen Auflösung gezeigt. Ein Klick öffnet jeweils die größere Fassung.
Die Abbildung der Titelblätter erfolgt mit freundlicher Genehmigung der Herzog August Bibliothek in Wolfenbüttel, in deren Beständen sich die Originaldrucke befinden.
Das literarische Werk
Wickrams Werk umfasst Spiele, Dialoge, Versdichtungen, Schwänke und längere Prosaerzählungen. Mit Das Rollwagenbüchlein schrieb Wickram einen der ersten Bestseller der deutschen Sprache. Drei jeweils veränderte Auflagen erschienen noch zu seinen Lebzeiten, zahlreiche weitere nach seinem Tod.
Fastnachtsspiel, aufgeführt 1531 und 1542 in Colmar, anonym gedruckt 1531
Fastnachtsspiel, aufgeführt 1532 in Colmar, erster erhaltener Druck von 1538
Fastnachtsspiel, aufgeführt 1537 in Colmar, gedr. 1538
Gesellschaftsspiel mit Losungssprüchen, gedr. 1539
Roman, anonym gedr. 1539; die Verfasserschaft Wickrams wird neuerdings bezweifelt
Geistliches Spiel, aufgeführt in Colmar 1540, gedr. 1540
gedr. 1543
Bearbeitung der mittelhochdt. Übersetzung von Albrecht von Halberstadt, gedr. 1545
Geistliches Spiel, aufgeführt 1550 in Colmar, gedr. 1551
Geistliches Spiel, 1550 aufgeführt in Neuenburg, gedr. 1552
Roman, gedr. 1551
Dialog, 1551 fertiggestellt, erster erhaltener Druck 1555
Erzählung, gedr. 1554
Spiel, gedr. 1554
gedr. 1554
Roman, fertiggestellt 1554, gedr. 1557
Schwänke, gedr. 1555
Versdichtung, fertiggestellt 1555, gedr. 1556
Roman, gedr. 1556
Schwankdichtung, gedr. 1556
Georg Wickrams Werke. Herausgegeben von Johannes Bolte und Willy Scheel. 8 Bände, Tübingen 1901–1906 (Bibliothek des literarischen Vereins Stuttgart). Nachdrucke Hildesheim 1974, Stuttgart 1974.
Georg Wickram, Sämtliche Werke. Herausgegeben von Hans-Gert Roloff. 13 Bände in 14 Büchern (Bd. I–XIII.2), Berlin 1967–2003 (Ausgaben deutscher Literatur des XV.–XVIII. Jahrhunderts).
Bis ins 17. Jahrhundert hinein war Wickram ein sehr populärer Autor. Häufig nachgedruckt wurden vor allem Das Losbuch (zuletzt 1702), Das Rollwagenbüchlein und Der Goldfaden (zuletzt 1687). In der Romantik wurde Wickram durch Clemens Brentanos modernisierte Ausgabe des Goldfadens von 1809 wiederentdeckt. Es folgten Heinrich Kurz’ wissenschaftliche Edition des Rollwagenbüchleins in der Originalsprache (Leipzig 1865) und schließlich die Werkausgabe durch Bolte ab 1901. Auch im 20. Jahrhundert wurden vor allem Das Rollwagenbüchlein und Der Goldfaden einem breiteren Lesepublikum zugänglich gemacht, meist in modernisierten Fassungen.
Antiquarisch noch relativ leicht und preiswert zu erhalten sind: Das Rollwagenbüchlein, Leipzig o. J. [1913] (Insel-Tb 132, weitere Auflagen bis 1962); die von Gerhard Steiner herausgegebene Ausgabe, Berlin/Ost 1957 (Eulenspiegel-Verlag, weitere Auflagen bis 1981); Das Rollwagenbüchlein nach Johannes Bolte, Stuttgart 1968 (Reclam-Universal-Bibliothek Nr. 1346, weitere Auflagen bis 1992); sowie Der Goldfaden, Berlin/Ost 1963 (Rütten & Loening) in der Fassung von Clemens Brentano.
Heute erfreuen sich Wickrams Werke steigenden Interesses in Forschung und Lehre. Eine wichtige Grundlage für die wissenschaftliche Beschäftigung bilden die von Maria E. Müller und Michael Mecklenburg edierten Beiträge einer internationalen Tagung vom Oktober 2005, die sich eine umfassende Werkerschließung zum Ziel gesetzt hatte. Danach ist die Zahl neuer Ausgaben und wissenschaftlicher Untersuchungen stark angestiegen.
Auf den Spuren Jörg Wickrams
„Es ligt ein Stetlein im Brißgaw …“
So beginnt die Geschichte Nr. 96 im Rollwagenbüchlein. Das Burkheimer Stadtbild mit seinen Gassen vermittelt noch heute einen Eindruck von jenem Ort, an dem Jörg Wickram Mitte des 16. Jahrhunderts als „Tichter“ und „Stattschreiber zů Burckhaim“ lebte und arbeitete. Der Rundgang verbindet diese Schauplätze mit ausgewählten Textproben aus dem Rollwagenbüchlein.
An ruhigen Tagen kann man sich fast vorstellen, Wickram komme aus seiner Amtsstube im „Haus zu den fünf Türmen“ und gehe in die Torschänke, um ein Viertele Roten zu trinken. Der Rundgang führt durch Ober-, Mittel- und Unterstädtle und macht ein Stück Literatur am Ort seines Wirkens erlebbar.



Burkheim & Kreuz-Post
Zwischen Schwarzwald und den Vogesen, inmitten der Rheinebene, liegt der Kaiserstuhl mit seinen terrassenförmigen Weinbergen und seinem milden Klima. Am Fuße des Schwendi-Schlosses liegt Burkheim mit mittelalterlichem Stadtkern, verwinkelten Gassen und restaurierten Fachwerkhäusern. Umgeben von Reben und Obstgärten befindet sich die Kreuz-Post Hotel-Restaurant-Spa. Das Haus wurde 1809 auf den Grundmauern der „Heilig-Kreuz“-Kapelle erbaut und befindet sich seither in Familienbesitz.
Zur Website der Kreuz-Post

Kontakt
Jörg-Wickram.de wird von der Kreuz-Post Hotel-Restaurant-Spa in Vogtsburg-Burkheim bereitgestellt.